Buchmarketing: Leserunde auf lovelybooks

Auf der Plattform "lovelybooks" kann man sogenannte "Leserunden" erstellen, d.h. es wird ein Buch vorgestellt und eine Anzahl von Büchern ausgelobt, für die sich interessierte Leser bewerben können. Manchmal wird noch eine kleine Aufgabe gestellt, meist in der Form, dass eine Frage zum Buch zu beantworten ist. Nach der Bewerbungsphase sucht sich der Initiator (Verlag oder Autor) die Leser aus, verschickt die Bücher und kann in der Leserunde Themen anlegen (z.B. nach Kapiteln oder einer gewissen Anzahl von Seiten), in denen die Leser diskutieren und der Autor (wenn er selbst an der Runde teilnimmt) Fragen zum Buch beantworten kann.
Vorteil für die Leser: Sie erhalten das Buch kostenlos, manchmal auch noch vor der eigentlichen Veröffentlichung. Vorteil für den Autoren: hoffentlich positive Rezensionen.

Zu meinem zweiten Roman "Unmenschen" habe ich es mit einer Leserunde probiert (die man hier einsehen kann), mit folgenden Parametern:
  • Verteilt werden sollten 15 Plätze, d.h. eben so viele kostenlose Bücher wurden bereitgestellt, zwei davon als Printausgaben, der Rest als eBooks in einem wählbaren Format.
  • Die Bewerbungszeit betrug zehn Tage.
  • Die Infoseite zum Buch enthielt den Klappentext, weitere Informationen zum Buch und den Trailer.
  • Es wurde angekündigt, dass ich selbst an der Runde teilnehmen und Fragen beantworten würde.
Das Ergebnis:
  • Es gab fünf Bewerber, drei davon am letzten Tag der Bewerbungsfrist. Auf loveybooks selbst wurde die Leserunde nicht beworben - es gibt zwar einen Slider mit in Kürze startenden Runden, meine war dort aber nicht enthalten, warum, ist mir nicht bekannt. Das ist vor allem deswegen seltsam, weil im Slider z.B. auch eine Runde vertreten war, die gar keine Bewerbungen aufwies.
  • Die Bücher wurden verschickt, eine Teilnehmerin meldete sich sehr zügig zurück, etwas später eine zweite, beide hatten das Buch schnell durch und gaben mir wertvolles Feedback, zum Teil schon während des Lesens in den dazugehörigen Themen. Außerdem wurden äußerst positive Rezensionen verfasst (hier und hier nachzulesen).
  • Eine Teilnehmerin gab an, in Kürze mit dem Lesen anfangen zu wollen.
  • Nach einige Wochen veröffentlichte ich eine Erinnerung an die Teilnehmer, die sich noch nicht gemeldet hatten. Es gab eine Rückmeldung der Teilnehmerin, die mit dem Lesen angefangen haben wollte, die jetzt aber aus persönlichen Gründen nicht mehr teilnehmen konnte.
  • Die anderen beiden Teilnehmerinnen meldeten sich nicht zurück. Auch auf zweimalige Rückfrage der Moderatoren von lovelybooks (in den Regeln zu den Leserunden ist vermerkt, dass sich die Leser verpflichten, das Buch zeitnah zu lesen) gab es keine Antwort.
Fazit:
Die positiven Rezensionen waren natürlich sehr wertvoll, auch das Feedback und die Rückmeldungen auf meine Hintergrundinformationen zum Buch haben mich sehr gefreut. Auf der anderen Seite war das Verhalten der Teilnehmer (die über der Hälfte ausmachten) sehr enttäuschend, da selbst auf mehrfache Rückfrage und Verweis auf die Regeln, denen sie mit ihrer Teilnahme zugestimmt hatten, noch nicht einmal eine Antwort kam. Auch die Rückmeldung der Moderatoren war nicht wirklich hilfreich, im Endeffekt hieß es: "Können wir nichts machen, mehr Glück mit der nächsten Leserunde."
Alles in allem also eine ziemlich ernüchternde Angelegenheit, falls es eine nächste Runde geben sollte, werde ich wahrscheinlich nur noch eBooks anbieten, um wenigstens meine Unkosten gering zu halten, da ich die gedruckten Büchern natürlich selbst bezahlen muss.

Kommentare

  1. Ich glaube, die Präsenz im Slider hängt von der Bezahlung ab :-) Einige SPler bemängeln, dass LB LR von SPlern zu wenig fördert.

    Bzgl. der Rückmeldungen habe ich beobachtet, dass fast alle Leute, die mitmachen, auch bewerten.

    Ich denke, man muss ein bisschen in Social Media investieren, um auf die LR aufmerksam zu machen. Gut finde ich (regionale) Bücher-/Autorengruppe auf fb. Oder du fragt auf dem Blog nach :-) Ich hätte gern mitgemacht, aber ich hab die Runde nich gesehen.

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    1. Ich glaube, an mangelnder Bewerbung der Leserunde in den sozialen Medien hat es nicht gelegen, es wurde lange und ausgiebig auf allen verfügbaren Kanälen die Werbetrommel gerührt.

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    2. Schade, dann war es wohl einfach Pech :-( 8 Rezis für das Buch sind aber ein guter Wert und ich hoffe, dass du zunehmend mehr Leser findest und sich mehr Leute beteiligen :-)

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