Goodreads

Das Problem, Bücher zu verwalten, wird sich komplett erledigt haben, wenn erst einmal alles nur noch digital ist, bis dahin bleiben volle, unübersichtliche Regale der Standard (ich habe über 1000 Bücher, verteilt auf mehrere Billy-Regale, in mehreren Reihen hintereinander geschichtet, sortiert nach Genre und Autor). Und selbst, wenn man die Regal in tadellos sortiertem Zustand erhält, nützt einem das alles nichts, wenn man auf dem Trödelmarkt vor einer Kiste steht und wissen muss, was zu Hause schon ungelesen wartet und was eben nicht.

Abhilfe kann ein Dienst wie goodreads schaffen. Hier kann man kostenlos seine Bücher registrieren und von überall darauf zugreifen, in meinem Fall vom Smartphone mit der gleichnamigen Android-App. Diese erlaubt auch das Scannen von Barcodes, so dass man im Laden (oder auf dem bereits erwähnten Trödelmarkt) sehr schnell feststellen kann, ob man das Buch schon besitzt (sofern es einen Barcode hat, Eintippen der Buchdaten geht natürlich auch).
Goodreads ist aber noch viel mehr als nur eine bloße Plattform zum Verwalten von  Buchbeständen, integriert ist ein komplettes Portal, das mit den üblichen Social Media-Funktionen aufwartet wie "Freunde finden", "Informationen teilen", etc. Man kann Rezensionen (ver)teilen, Empfehlungen erhalten, an "Challenges" teilnehmen (z.B. "Wie viele Bücher schaffe ich dieses Jahr?"), es gibt Gruppen, denen man beitreten kann, usw. Da für mich die Funktion des Katalogisierens im Vordergrund für meine Entscheidung stand, hier auch nur zu diesem Thema ein paar Worte.

Die Vorteile sind, dass man sich seine Bücher in Regale sortieren kann, die erweiterbar sind und sich in "exklusiv" und "nicht exklusiv" aufteilen. So sind z.B. die Regale "gelesen" und "ungelesen" exklusiv, Regal, die ein Genre benennen, aber nicht zwangsläufig. Gut gefallen hat mir die schon erwähnte Möglichkeit des Barcode-Lesers sowie der Umgang mit den Daten, man kann nämlich sowohl importieren wie auch exportieren, so dass man seine Buchliste auch in anderen Programmen verwenden kann.

Die Nachteile beziehen sich hauptsächlich auf die Sprache, die Plattform ist zwar auf deutsch verfügbar, einige Texte sind allerdings weiterhin auf englisch, auch die Suche bezieht sich fast ausschließlich auf englische Ausgaben, so dass man teilweise Probleme hat, die deutschen Ausgaben zu finden. Vor allem, nachdem vor einigen Woche der amazon-Support (wegen rechtlicher Beschränkungen seitens amazon) aufgehoben wurde, muss man besonders bei alten und seltenen Büchern manchmal lange suchen. Auch die Erkennungsrate von Büchern anhand von Autor und Titel lässt aufgrund dessen etwas zu wünschen übrig.

Fazit: Für den schnellen Check auf dem Trödel oder im Antiquariat ist der Service von goodreads sehr gut zu verwenden, wenn man die Handy-App nutzt und seinen Bestand erst einmal eingerichtet hat. Wer darüber hinaus noch gerne mit anderen Lesern kommuniziert, findet sämtliche Social Media-Features dafür.


Update, 2.4.13:  Wie im Goodreads Blog vor einige Tagen zu lesen war, haben (sich) die Betreiber von Goodreads an amazon verkauft. Was das im Einzelnen für Goodreads bedeutet, bleibt abzuwarten, amazons Bewertungssystem hat nicht den besten Ruf, dazu kommt, dass registrierte Autoren keine Bewertungen abgeben können, die schlechter als vier Sterne sind. Nimmt man dann noch die Tatsache hinzu, dass amazon Goodreads erst im letzten Jahr untersagt hat, Meta-Informationen zu verwenden, die von amazon kommen, kann man den allgemeinen Aufschrei der Benutzer der bisher freien und unabhängigen Plattform gut verstehen.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

App-Empfehlung: Book Catalogue

Eine unmenschliche Anzahl von Büchern, die man gelesen haben sollte

Bukowski: Find what you love and let it kill you